Arbeitskreis Kirchlicher Investoren in der evangelischen Kirche in Deutschland EKD
Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche - EKD-TEXTE 113

Vorwort

Menschen vertrauen ihr Geld der Kirche an, um kirchliche Arbeit zu ermöglichen. In der evangelischen Kirche wird daher der Umgang mit dem Geld der Kirche als in der Verantwortung vor Gott und den Menschen stehend gesehen. Das gilt für die kirchliche Arbeit ebenso wie für Geldgeschäfte, insbesondere Geldanlagen. Angelegtes und investiertes Geld bleibt Eigentum des Anlegers – er hat daher auch Verantwortung dafür, was mit diesem Geld geschieht. Die Auseinandersetzung mit diesem Problem ist keine Modeerscheinung der Gegenwart; es sind gerade die Kirchen, die sich schon lange mit den Folgen und den Wirkungen der Geldanlage beschäftigen. Die kirchlichen Ordnungen orientieren sich bei Geldanlagen vor allem an Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, zumal die Anlagen überwiegend der Sicherstellung von Zahlungsverpflichtungen dienen. Diese ökonomischen Grundsätze bleiben in Geltung. Zugleich wird bestimmt, dass Geldanlagen sich nicht im Widerspruch zum kirchlichen Auftrag befinden sollen. Es ist der evangelischen Kirche eigen, dass hier breite und zum Teil auch divergierende Vorstellungen bestehen.

Im Auftrag des Rates der EKD hat der Arbeitskreis Kirchlicher Investoren in der evangelischen Kirche daher diesen Leitfaden erarbeitet, der inzwischen in einer dritten, aktualisierten Auflage vorliegt. Neu gegenüber der zweiten Auflage sind die Kapitel über Positivkriterien für Staatsanleihen und Derivate. Der bisherige Abschnitt »Bankdienstleistungen« wurde durch ein erweitertes Kapitel »Dialog mit Kreditinstituten und Vermögensverwaltern« ersetzt. Überarbeitet wurden die Texte zu Zielen der Geldanlage, Agrarinvestitionen und Ausschluss von Staaten sowie einige Erläuterungen zu den Ausschlusskriterien. Die farbige Gestaltung und die Erweiterungen von Linkliste und Glossar in der Neuauflage sollen den Umgang mit dem Leitfaden erleichtern.

Der Leitfaden versteht sich unverändert als ein Kompendium von Standards und richtet sich in erster Linie an kirchlich-institutionelle Anleger, soll aber auch Privatpersonen eine Hilfe sein. Alle Personen werden ihr Handeln jeweils auch konkret an ihrem Auftrag orientieren. Dieser Leitfaden ist kein Gesetz, sondern eine Hilfe. Davon abzuweichen kann aus mehreren Gründen geboten sein: Die Hinweise können für die jeweiligen Verantwortlichen zu eng oder zu weit gefasst worden sein. Auch sind sie im zeitlichen Verlauf stetigen Veränderungen unterworfen. Menschen und Unternehmen ändern ihr Handeln.

Der Arbeitskreis wird diesen Leitfaden daher auch in Zukunft weiterführen und aktualisieren, Näheres dazu unter www.aki-ekd.de. Hinweise und Anregungen sind willkommen – es gilt den Wissensaustausch über ethisch-nachhaltige Investments in Gang zu halten.

Heinz Thomas Striegler

Vorsitzender des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren