Arbeitskreis Kirchlicher Investoren in der evangelischen Kirche in Deutschland EKD
Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche - EKD-TEXTE 113

1. Was heißt ethisch nachhaltige Geldanlage?

Verantwortlicher Umgang mit dem anvertrauten Geld bedeutet, es unter Beachtung des so genannten »Magischen Dreiecks« in Abwägung der drei ökonomischen Ziele Sicherheit, Liquidität* und Rendite anzulegen und sich zugleich mit den Wirkungen der Geldanlagen auf andere auseinanderzusetzen, indem die nicht-ökonomischen Ziele Ethik/Nachhaltigkeit berücksichtigt werden.

Daher gilt:

  • Geldanlagen sind nach ökonomischen Grundsätzen vorzunehmen.
  • Zugleich ist die Auseinandersetzung mit den Wirkungen der Geldanlage auf Umwelt, Mitwelt und Nachwelt unverzichtbar.
  • Darum sollen Geldanlagen unter Berücksichtigung unserer christlichen Werte auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht erfolgen.

Unter »sozialverträglich« ist die Anerkennung der Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen und die weltweite Beachtung der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und Pflichten eines jeden Menschen zu verstehen.

Unter »ökologisch« ist die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung, nicht nur durch den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen zu verstehen.

Mit »generationengerecht« ist die Verantwortung für das Zusammenleben der jetzigen Generation in Gerechtigkeit und Frieden und für die Erhaltung der Entwicklungsmöglichkeiten der kommenden Generationen gemeint. (»Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.« [1])

Werden diese Ziele beachtet, sind die Bedingungen einer ethisch-nachhaltigen Geldanlage erfüllt.

 

[1] Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987 (Brundtland-Bericht*), s. Glossar.