4.7 Derivate

Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten hat in den letzten zehn bis 20 Jahren im Rahmen des Managements von Geldanlagen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies gilt insbesondere für Anleger, die ihre Gelder von externen Managern (bei Vermögensverwaltungen oder in Form von Spezialfondsmandaten*) verwalten lassen.

Vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren gestiegenen Volatilität* an den Aktienund Rentenmärkten nutzen die Marktteilnehmer derivative Finanzinstrumente u. a. im Rahmen des Risikomanagements und zu Absicherungszwecken. Über ihren Einsatz können Vermögensstrukturen und damit verbundene Marktrisiken schnell und kostengünstig an die jeweiligen Marktgegebenheiten angepasst werden. Für die Steuerung von Marktrisiken haben derivative Finanzinstrumente einen hohen Stellenwert bei Asset Managern gewonnen. Allerdings ist der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten in der Praxis komplex und setzt ein hohes Maß an Fachwissen voraus.

  • Der Handel mit Derivaten benötigt eine professionelle Begleitung und ein adäquates Risikomanagement.
  • Die Anleger sollen sich über die Wechselwirkungen der Geschäfte auf Markt und Portfolio bewusst sein.
  • Bei Kauf und Verkauf von Derivaten im außerbörslichen Handel ist nicht nur das Preisrisiko, sondern auch das Kontrahentenrisiko* zu beachten.
  • Derivatehandel ist ein Handel von Rechten und Pflichten – nicht jedoch von den zugrunde liegenden Basiswerten*.
  • Bündelprodukte sind zur Beurteilung in ihre Grundbestandteile zu zerlegen und entsprechend zu bewerten.
  • Derivate werden nicht nur spekulativ eingesetzt, sondern dienen auch zur Absicherung von Investments sowie zur Allokations-* und Risikosteuerung.
  • Derivate werden aus Effizienzgründen eingesetzt. Sie sind flexibel, liquide* und häufig kostengünstig.

Auch wenn Derivate keine direkten Investments (beispielsweise in einen Vermögensgegenstand) sind, sondern wirtschaftlich einen Vertrag darstellen, dessen Wert vom Zeitwert einer Referenzgröße abgeleitet ist, sollen beim Einsatz von Derivaten im Portfoliomanagement ethisch-nachhaltige Aspekte berücksichtigt werden. Bei der ethisch-nachhaltigen Bewertung von Derivategeschäften sollen die verschiedenen Konstellationen und Auswirkungen der Geschäfte beachtet werden.

  • Die Basiswerte* bzw. die den Geschäften zugrunde liegenden Indizes sollen nach Möglichkeit den ethisch-nachhaltigen Grundsätzen des Anlegers entsprechen. Auf die Vertragspartner soll durch (Engagement-)Dialoge hingewirkt werden, vermehrt ethisch-nachhaltige Basiswerte* anzubieten.
  • Bei Abschluss von Derivategeschäften soll der entsprechende Basiswert*, der zugrunde liegende Zahlungsstrom oder die entsprechende Liquidität* in Höhe des ausmachenden Betrags spätestens zum Zeitpunkt der Fälligkeit vorhanden sein.
  • Die Summe der vorhandenen Geldanlagen zuzüglich des Gegenwerts von gekauften Termingeschäften* soll nicht höher sein als die Summe der vorhandenen Geldanlagen zuzüglich der vorhandenen Liquidität* (Investitionsgrenze 100 Prozent).
  • Ungedeckte Leerverkäufe sollen nicht vorgenommen werden.
  • Termingeschäfte*, deren Preisfindung intransparent und nicht nachvollziehbar ist, sollen ebenso vermieden werden wie die Teilnahme am Sekundenhandel*.