Engagement im AKI

Der AKI betreibt zur Zeit drei Engagementprojekte:

Das Engagement mit den vier großen Finanzdienstleistern Allianz Global Investors, Commerzbank, Deutsche Bank und DZ Bank erwächst aus dem Alltag kirchlicher Finanzverantwortlicher und bündelt deren Aktivitäten im AKI. Es ist die Umsetzung der im Leitfaden aufgestellten Forderung nach einem regelmäßigen Dialog mit Kreditinstituten und Vermögensverwaltern zu ethisch-nachhaltigen Anliegen (S. 37 f.). Ziele des Engagements sind zum Beispiel verbesserte Nachhaltigkeits-Policies für die Kreditvergabe und das Unterzeichnen von Selbstverpflichtungen wie den Equator Principles. Praktiziert wird das Engagement in Form von persönlichen Gesprächen der AKI-Fachgruppe Finanz mit Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen aus dem Vorstand, den Abteilungen Investor Relations, institutionelle Kunden und Nachhaltigkeit.

In diesem auf drei Jahre angelegten Projekt in Kooperation mit dem Institut Südwind geht es um den Dialog mit sieben deutschen Textilunternehmen zum Thema existenzsichernde Löhne in der Lieferkette: adidas, Gerry Weber, Hugo Boss, Metro, Puma, Tom Tailor und Zalando. Sicherheitsaspekte, Brandschutz etc. bei den Zulieferern werden inzwischen vielfach auch von anderen Anteilseignern thematisiert und von „ihren“ Unternehmen eingefordert. Existenzsichernde Löhne, z. B. in Bangladesch oder Rumänien, sind dagegen ein typisch christlich motiviertes Anliegen kirchlicher Anleger. Dabei geht es um die konkrete Frage, ob eine vierköpfige Familie mit zwei vollerwerbstätigen Erwachsenen von den Löhnen leben kann, die in Textilzulieferfabriken gezahlt werden. Mit Hilfe kirchlicher und anderer Partner aus der internationalen Ökumene werden Lohnabrechnungen und Informationen beschafft, auf deren Grundlage das Gespräch mit in Deutschland ansässigen Unternehmen gesucht wird. Wenn in deren Zulieferketten Handlungsbedarf besteht, wird gemeinsam mit den Unternehmen nach Lösungen gesucht und gezielt an der Beseitigung von entsprechenden Missständen gearbeitet, die für die Unternehmen gravierende Reputationsrisiken darstellen. Aber auch das vom Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ins Leben gerufene Textilbündnis ist ein wichtiges Thema in den Gesprächen mit den Unternehmen, die letztendlich zum Ziel haben, Unternehmen durch eine umfassende Stakeholderorientierung langfristig zu verbessern. 

Während das „Lohn-zum-Leben“ Engagement sehr intensive und in die Tiefe gehende Gespräche mit einzelnen Unternehmen vorsieht, zielt das CDP-Klima-Engagement des AKI eher in die Breite. Es geht um Dekarbonisierung, die darum gegenwärtig ein vorrangiges ethisch-nachhaltiges Ziel kirchlichen Handelns ist, weil ohne sie auf der Ebene der Sozialverträglichkeit Werte wie Menschenrechte, Gerechtigkeit, Demokratie und Sicherheit bedroht sind, auf der Ebene der Ökologie zahlreiche Lebensräume und Artenvielfalt zerstört werden und auf der Ebene der Generationengerechtigkeit den kommenden Generationen die Lebensgrundlage entzogen wird. Die CDP-Ratings sind eine international anerkannte Klimaratingmethode für Unternehmen. Unternehmen können Maßnahmen ergreifen, um ihr CDP-Rating zu verbessern und auf diese Weise zur Dekarbonisierung beitragen.

Für das Engagementprojekt werden Unternehmen ausgewählt, die in deutschen Indizes gelistet sind und bei CDP kein A-, (A-)- oder B-Rating erhalten. 2017 wurden Gespräche mit den fünf DAX 30-Unternehmen geführt, die nicht mindestens ein "B" bei CDP erzielten: Beiersdorf, Fresenius, Munich Re, ProSieben und Vonovia. Ziel ist es, die Unternehmen dazu zu motivieren, sich von CDP raten zu lassen und notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um mindestens ein B-Rating zu erreichen. 2018 sollen MDAX-Unternehmen einbezogen und außerdem – wie von CDP gefordert – die Empfehlungen der von Michael Bloomberg gegründeten internationalen Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) thematisiert werden. Dieses Projekt wird in der Form  von der britischen AKI-Partnergruppe, der Church Investors Group, bereits seit 2013 mit britischen Unternehmen praktiziert. Die Wirksamkeit des Vorgehens wurde von der Universität in Edinburgh untersucht und bestätigt. Der AKI füllt mit diesem Projekt die Partnerschaft mit der CIG mit Leben und beteiligt sich erstmals an einem internationalen Engagementprojekt kirchlicher Investoren – es soll nicht das Letzte bleiben.